Dissertationen 199917.03.99, Thomas Jagella (Prof. Dr. W. Grosch):
12.04.99, Michael Czerny (Prof. Dr. W. Grosch):
11.10.99, Wolfgang Engel (Prof. Dr. P. Schieberle):
10.12.99, Petra Münch (Prof. Dr. P. Schieberle):
22.12.99, Bettina Fickert (Prof. Dr. P. Schieberle):
Zusammenfassungenvon Michael Czerny Durch Verbindungen der instrumentellen mit der sensorischen Analytik konnte gezeigt werden, daß Strecker- Die Gehalte der untersuchten Aromastoffe variierten in unterschiedlich gerösteten Kaffees nur gering, wogegen 2,3- 3- Da es nicht auszuschließen ist, daß 3- Untersuchungen zur Struktur-
von Wolfgang Engel Im ersten Teil dieser Arbeit wurden in Einzeluntersuchungen Maillard-Reaktionsaromen aus Ornithin, Arginin, Citrullin, Lysin, Glutamin, Ammoniak, Thiaprolin, Isothiaprolin und Cysteamin mit Fructose unter Röst- und Autoklavierbedingungen hergestellt und die erhaltenen Extrakte durch Aromaextraktverdünnungsanlyse bewertet. Von insgesamt 28 detektierten Aromastoffen konnten 25 identifiziert werden, von denen 4 bisher nicht in Lebensmitteln oder Reaktionsaromen beschrieben waren. Den größten Aromabeitrag der popcorn- und karamelartig riechenden Reaktionsaromen leisten, anhand der ermittelten Flavor Dilution (FD) Faktoren, 2-Acetyl-1-pyrrolin und 4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)-furanon. Mit etwas niedrigeren FD-Faktoren tragen die Diketone Butan-2,3-dion und Pentan-2,3-dion zum Aroma der Mischungen bei. Die Aminosäure Ornithin stellt unter den schwefelfreien Aminoverbindungen den besten Aroma-Precursor dar. Auch die Reaktionsaromen der schwefelhaltigen Aminoverbindungen wurden nur von einigen wenigen Aromastoffen geprägt. Unter den schwefelfreien Verbindungen leisten 4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)-furanon und im Fall von Thiaprolin auch Butan-2,3-dion, Trimethylpyrazin, 2-Ethyl-3,5-dimethylpyrazin und 2-Ethenyl-3,5-dimethylpyrazin einen Beitrag zum Gesamtaroma. Die Dominanz der schwefelhaltigen Aromastoffe ist besonders in den Ansätzen von Cysteamin und Isothiaprolin ausgeprägt. Wichtige Aromastoffe sind dort das 2-Acetyl-2-thiazolin, 2-Propionyl-2-thiazolin, 2-(Mercaptomethyl)-furan und 5-Acetyl-3,4-dihydro-2H-1,4-thiazin. Das Ethan-1,2-dithiol und das bisher in der Literatur nicht bekannte N-(2-Mercaptoethyl)-1,3-thiazolidin sind als Cysteamin-spezifische wichtige Aromastoffe anzusehen. Mit geringeren FD-Faktoren konnte erstmals ein offenkettiger, karamelartig riechender Aromastoff nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um das 3,4-Dihydroxy-3-hexen-2,5-dion. Die ebenfalls in der Literatur unbekannte Verbindung 4-Acetyl-3-thiazolin wurde mit hohem FD-Faktor im gerösteten Reaktionsansatz von Thiaprolin und Fructose detektiert und stellt einen spezifischen Aromastoff dieser Aminosäure dar. Die Aminosäure Thiaprolin liefert unter Röstbedingungen von allen untersuchten Mischungen das angenehmste Aroma, welches an geröstete Mandeln erinnert. Dies ist auf eine ausgewogene Kombination von insgesamt nur 7 Aromastoffen, den drei aromaaktiven Pyrazinen Trimethylpyrazin, 2-Ethenyl-3,5-dimethylpyrazin, 2-Ethyl-3,5-dimethylpyrazin, sowie 4-Acetyl-3-thiazolin, 2-(Mercaptomethyl)-furan, Butan-2,3-dion und 4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)-furanon zurückzuführen. Einige wichtige Aromastoffe der untersuchten Mischungen wurden mittels Isotopenverdünnungsanalyse quantifiziert. Für 5-Acetyl-3,4-dihydro-2H-1,4-thiazin konnte dabei eine starke pH-Abhängigkeit ermittelt werden. Das Optimum der Bildung liegt bei pH=7. Auch der erstmals im Rahmen dieser Arbeit detektierte Aromastoff N-(2-Mercaptoethyl)-1,3-thiazolidin wies eine ausgeprägte Abhängigkeit der Bildung vom pH-Wert auf. Das Maximum seiner Bildung lag bei pH=8. Im zweiten Teil der Arbeit wurden die Bildungwege der wichtigen Aromastoffe unter mechanistischen Aspekten untersucht. Durch Anwendung von Markierungsexperimenten mit 2-13C-Fructose konnten die komplexen Reaktionen, die zur Bildung von 2-Acetyl-2-thiazolin, 2-Propionyl-2-thiazolin und 5-Acetyl-3,4-dihydro-2H-1,4-thiazin führen, aufgeklärt werden. Alle drei Verbindungen lassen sich durch thermische Zersetzung von 2-Acetyl-2-hydroxymethyl-1,3-thiazolidin bilden. Dieser im Reaktionsaroma von Cysteamin und Fructose nachgewiesene Stoff stellt daher einen potentiellen Precursor für diese Aromastoffe dar. Für die Aromastoffe 2-Acetyl-1-pyrrolin und 4-Acetyl-3-thiazolin werden weitere mögliche Bildungswege vorgestellt. Für andere wichtige Aromastoffe werden mögliche Bildungswege diskutiert. Es gelang im Rahmen dieser Untersuchungen erstmals, den als prolin-spezifisch geltenden Aromastoff, 6-Acetyltetrahydropyridin in einem Ornithin Reaktionsaroma zu identifizieren. Für die schonende Gewinnung von Aromaextrakten wurde im Rahmen dieser Arbeit eine neue Methodik entwickelt. Die SAFE-Technik (Solvent Assisted Flavor Evaporation) wird in einer ebenfalls entwickelten speziellen Apparatur durchgeführt. Sie ermöglicht es, durch direkte Destillation von wäßrigen Lösungen oder flüssigen Lebensmitteln im Hochvakuum, schnell und schonend Aromaextrakte aus Lebensmitteln zu erhalten. Die Methode bewährt sich besonders bei Lebensmitteln wie Bier, Säften und anderen flüssigen oder halbflüssigen Lebensmitteln, die bei konventioneller Extraktion zu Emulsionsbildung neigen.
"Untersuchungen zur Bildung von Aromastoffen bei der Mälzung von Getreide" von Bettina Fickert Obwohl in der Literatur bereits eine Vielzahl flüchtiger Verbindungen in verschiedenen Malztypen identifiziert wurden, sind die das Malzaroma prägenden Schlüsselaromastoffe bisher noch unklar. Ziel der Arbeit war es daher, grundlegend die Aromastoffe zu identifizieren, die das Malzaroma bestimmen und mittels Aromaextraktverdünnungsanalyse (AEVA) zu bewerten. Dabei wurden über 40 Aromastoffe durch GC- Auf Grundlage dieser Untersuchungen wurden die wichtigsten Aromastoffe mittels Isotopenverdünnungsanalyse (IVA) quantifiziert. Die Ergebnisse konnten durch Rekombinationsversuche, bei dem eine weitgehende Simulierung des Caramalzaromas gelang, abgesichert werden. Dabei stellte sich heraus, daß die Verbindungen 2- Anhand einer vergleichenden AEVA sollte die Ursache für die Aromaunterschiede von dunklen Malzen aus verschiedenen Getreidearten aufgeklärt werden. Dabei zeigte sich, daß keine getreidespezifischen Aromastoffe in Roggen- Um einen Einblick in die Aromastoffbildung während der technologisch aufwendigen Mälzung zu gewinnen, wurde Gerste, Grünmalz und dunkles Malz mittels vergleichender AEVA untersucht. Im Verlauf der Mälzung verändert sich das Aroma drastisch. Aus Gerste mit einem schwach ausgeprägten Aroma entsteht Grünmalz, dessen Geruch durch die Verbindungen (E,Z)- Darrversuche mit unterschiedlich lang gekeimter Gerste ergaben, daß die Vorläufer der Verbindungen Methional, Maltol und 4- Erste Modellstudien über die Bildung von 4- Die vorliegenden Untersuchungen zeigen auf, welche Verbindungen das Aroma von Malz grundlegend prägen. Erste Einblicke in die Bildung der Aromastoffe während der Mälzung konnten gewonnen werden. Somit ist eine Grundlage geschaffen, mit der man gezielt das Aroma von Malz beeinflussen und variieren kann.
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