DFA

Forschungsrahmenprogramm

Die Forschungsarbeiten der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) haben die Förderung der lebensmittelchemischen Wissenschaft unter dem Aspekt des Allgemeinwohls und der Erhaltung und Verbesserung der Qualität der Lebensmittel zum Ziel. Angesichts sich stetig ändernder Verfahren sowie der Rohstoffzusammensetzung bei der Herstellung der menschlichen Nahrung ist in der Satzung der Stiftung DFA, München, festgelegt:

"Aufgabe der von der Stiftung errichteten Forschungsanstalt ist die Erforschung der chemischen Zusammensetzung von Lebensmitteln und ihre Bewertung unter Mitberücksichtigung der einschlägigen mikrobiologischen, ernährungsphysiologischen, toxikologischen, rechtlichen und sonstigen Fragen".

In Übereinstimmung damit und in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Beirat hat der Stiftungsrat in seiner Sitzung am 23. Mai 1996 folgendes Forschungsrahmenprogramm beschlossen:

Auf der Grundlage des heutigen wissenschaftlichen Standes der Lebensmittelchemie, des raschen Fortschrittes bei der Lebensmittelbe- und -verarbeitung, der Entwicklung neuer Lebensmittelrohstoffe, neuer Zusatzstoffe sowie neuer Produkte (Novel Foods) ergeben sich - unter Berücksichtigung der Bedeutung für Verbraucher und Ernährungswirtschaft - für die DFA zwei Hauptarbeitsgebiete:
 
I.

Charakterisierung von Inhaltsstoffen - insbesondere geruchs- und geschmacksgebender Stoffe -, die einen Beitrag zum Qualitätsparameter "Genußwert" von Lebensmitteln leisten mit dem Ziel, sensorische Qualitätsveränderungen in Abhängigkeit vom Rohstoff sowie von technologischen Verfahrensschritten zu objektivieren.

  1. Weiterentwicklung von Methoden zur Erfassung und Identifizierung wertgebender Inhaltsstoffe sowie zur Bewertung ihres quantitativen Beitrages zur Qualität.
     
  2. Erarbeitung von Daten über Leitsubstanzen, die zur Objektivierung des Einflusses
    • der Rohstoffe (Züchtung; Anbau; Fütterung)
    • der Verarbeitungsbedingungen sowie
    • der Lagerung
    auf die sensorische Qualität von Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft geeignet sind.
     
  3. Klärung chemischer und biochemischer Reaktionsabläufe zur Bildung von Aromastoffen bei Verarbeitung und Lagerung; Charakterisierung von Aromavorstufen.
II.

Klärung von Struktur/Wirkungsbeziehungen bei Biopolymeren mit dem Ziel einer Qualitätsverbesserung durch gezielte chemische, enzymatische sowie physikalisch-chemische und technologische Maßnahmen.

  1. Erarbeitung von Methoden zur Charakterisierung pflanzlicher Biopolymere sowie ihrer chemisch-instrumentellen und biologisch-analytischen Quantifizierung.
     
  2. Untersuchungen zum Einfluß
    • chemischer bzw.
    • enzymatischer Modifikationen niedermolekularer Inhaltsstoffe
    • von Zusatzstoffen
    • von Varietät und Anzuchtbedingungen sowie der
    • Prozesstechnik
    auf die strukturbildenden Eigenschaften polymerer Lebensmittelinhaltsstoffe.
     
  3. Weiterentwicklung physikalischer Meßmethoden zur Objektivierung der texturbildenden Eigenschaften von Makromolekülen.
     
  4. Charakterisierung toxischer Substrukturen in Biopolymeren, insbesondere pflanzlichen Proteinen, mit dem Ziel einer präventiven Gesundheitsvorsorge.

Zu den Aufgaben der DFA gehört es, Literaturdaten über ernährungs-physiologisch relevante Lebensmittelinhaltsstoffe zu erfassen, wissenschaftlich zu bewerten und in einem laufend aktualisierten Tabellenwerk zu dokumentieren.

Weitere Aufgabe ist die Beratung der Bundesregierung, z.B. durch gutachterliche Stellungnahmen zu neuen Gesetz- und Verordnungsentwürfen sowie zu Entwürfen und Vorschlägen auf internationaler Ebene (EU, Codex Alimentarius, ISO, IWO, FAO/WHO).
 


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