Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie | Leibniz Institut

ForschungsrahmenprogrammResearch Overview

Forschungsrahmenprogramm

Die Forschungsarbeiten der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA) haben die Förderung der lebensmittelchemischen Wissenschaft unter dem Aspekt des Allgemeinwohls und der Erhaltung und Verbesserung der Qualität der Lebensmittel zum Ziel. Angesichts sich stetig ändernder Verfahren sowie der Rohstoffzusammensetzung bei der Herstellung von Lebensmitteln ist in Art. 2, Abs. 1) der Satzung der Stiftung DFA, München, festgelegt:

"Aufgabe der von der Stiftung errichteten Forschungsanstalt ist die Erforschung der chemischen Zusammensetzung von Lebensmitteln und ihre Bewertung unter Mitberücksichtigung der einschlägigen mikrobiologischen, ernährungsphysiologischen, toxikologischen, rechtlichen und sonstigen Fragen und die Förderung von Wissenschaft und Forschung".

In Übereinstimmung damit und in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Beirat hat der Stiftungsrat in seiner Sitzung im Januar 2013 folgendes Forschungsrahmenprogramm beschlossen:

"Auf der Grundlage des heutigen wissenschaftlichen Standes der Lebensmittelchemie und verwandter Disziplinen, des raschen Fortschritts bei der Lebensmittelbe- und -verarbeitung, der Entwicklung neuer Lebensmittelrohstoffe, neuer Zusatzstoffe sowie neuer Produkte (Novel Foods) ergeben sich ‑ unter Berücksichtigung der Bedeutung für Verbraucher und Ernährungswirtschaft ‑ für die DFA die folgenden Hauptarbeitsgebiete (Programmbereiche):"

Programmbereich I:
Charakterisierung von endogenen Lebensmittelinhaltsstoffen - insbesondere geruchs- und geschmacksgebenden Stoffen - die einen Beitrag zur Qualität von Lebensmitteln leisten, indem sie Wechselwirkungen mit entsprechenden Chemorezeptoren im menschlichen Körper eingehen (Sensomics), mit dem Ziel, Qualitätsparameter zu definieren und Qualitätsveränderungen in Abhängigkeit vom Rohstoff sowie von technologischen Verfahrensschritten zu objektivieren.

  1. Neu- und Weiterentwicklung von Methoden zur Identifizierung und Quantifizierung wertgebender Inhaltsstoffe zur objektiven Bewertung der sensorischen Qualität von Lebensmitteln.
  2. Erarbeitung von Daten über Leitsubstanzen, die zur Objektivierung des Einflusses
    ● der Rohstoffe (Züchtung, Anbau, Fütterung)
    ● der Verarbeitungsbedingungen sowie
    ● der Lagerung
    auf die sensorische Qualität von Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft geeignet sind.
  3. Klärung molekularer Reaktionen, die zur Bildung sensorisch aktiver Verbindungen sowie unerwünschter Begleitstoffe (Qualitätsindikatoren) bei der Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln durch Umwandlung sensorisch inaktiver Vorstufen führen.

Programmbereich II:
Klärung von Struktur-Wirkungsbeziehungen bei Biopolymeren mit dem Ziel einer Qualitätsverbesserung und einer präventiven Gesundheitsvorsorge durch gezielte chemische, enzymatische sowie physikalisch-chemische und technologische Maßnahmen.

  1. Charakterisierung und Quantifizierung gesundheitsrelevanter Strukturen in Biopolymeren, insbesondere in pflanzlichen Proteinen, mit dem Ziel einer präventiven Gesundheitsvorsorge.
  2. Erarbeitung chemisch-instrumenteller und biochemisch-analytischer Methoden zur Charakterisierung und Quantifizierung pflanzlicher Biopolymere.
  3. Untersuchungen zum Einfluss
    ● chemischer, enzymatischer und physikalischer Modifikationen
    ● niedermolekularer Inhaltsstoffe
    ● von Zusatzstoffen
    ● genetischer und umweltbedingter Faktoren sowie der
    ● Prozesstechnik
    auf die strukturbildenden Eigenschaften polymerer Lebensmittelinhaltsstoffe.
  4. Weiterentwicklung physikalischer Messmethoden zur Objektivierung der Textur bildenden Eigenschaften von Makromolekülen.

Programmbereich III:
Charakterisierung von Struktur-Wirkungsbeziehungen von Lebensmittelinhaltsstoffen im Hinblick auf ihre Wechselwirkung mit chemosensorischen Rezeptoren des menschlichen Körpers.

  1. Untersuchung der Struktur-Wirkungsbeziehungen mittels biochemischer, molekular- und zellbiologischer Methoden.
  2. Etablierung von wirkungsbezogenen Screeningmethoden.
  3. Untersuchungen zum Einfluss von Rohstoffen und Verarbeitungsbedingungen auf die rezeptorbasierte Wirksamkeit von Lebensmittelinhaltsstoffen.
  4. Untersuchungen zum Metabolismus von Lebensmittelinhaltsstoffen.

Programmbereich IV:
Tabellenwerk zum Nährstoffgehalt von Lebensmitteln.

  1. Erfassung von Daten über ernährungsphysiologisch relevante Lebensmittelinhaltsstoffe durch Literaturrecherchen und
  2. durch eigene experimentelle Untersuchungen.
  3. Wissenschaftliche Bewertung der erhobenen Daten.
  4. Dokumentation der Daten in einem laufend aktualisierten Tabellenwerk.

Neben den Forschungsaufgaben berät die DFA die Bundesregierung und die Landesregierungen durch gutachterliche Stellungnahmen.